Eine Partnerschaft kann etwas Wundervolles sein. Sie besteht im Idealfall aus Liebe, Vertrauen, Zärtlichkeit und gutem Sex. Leidet ein Partner – oder sogar beide Partner – an sexuellen Funktionsstörungen, wird einer Beziehung auf eine sehr harte Probe gestellt. Denn nicht selten kommt es bei derartigen Problemen zu einem regelrechten Teufelskreis. Der betroffene Partner schämt sich, spricht nicht über sein Leiden, setzt sich unter Leistungsdruck und zieht sich in letzter Konsequenz zurück. Nicht nur für den Betroffenen eine schlimme Situation, die schon in vielen Fällen zu einem Aus der Beziehung geführt hat.

Sexuelle Funktionsstörungen

Sowohl Männer als auch Frauen können an sexuellen Funktionsstörungen leiden. Bei Männern sind dies in den meisten Fällen die Erektile Dysfunktion, auch als Erektionsstörung bekannt, oder der vorzeitige Samenerguss (Ejaculatio praecox). Beide Krankheitsbilder sind für den Mann sehr belastend. Eine Erektionsstörung liegt vor, wenn es dem Mann über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten nicht möglich ist, eine Erektion zu bekommen oder diese über einen ausreichend langen Zeitraum zu halten. Geschlechtsverkehr ist somit kaum oder gar nicht möglich. Die Gründe hierfür sind oft körperlicher Natur, jedoch können auch psychische Ursachen vorliegen, vor allem bei jüngeren Patienten (Stress, Leistungsdruck). Krankheiten wie etwa Depressionen, Diabetes oder auch die Nebenwirkungen verschiedener Medikamente können Erektionsstörungen begünstigen. Gefährlich wird es, wenn krankhafte Veränderungen der Gefäße vorliegen. Bei einer Arteriosklerose etwa können auch andere Organe wie Herz und Hirn betroffen sein. Infarkte oder Schlaganfälle können die Folge sein.

Beim vorzeitigen Samenerguss ejakuliert der Mann kurz nach dem Eindringen. Bei der schwereren Form, bei der die Ejakulation schon vor dem Eindringen stattfindet, spricht man von der Ejaculatio ante portas. Die Gründe für einen vorzeitigen Samenerguss können sowohl neurobiologische als auch psychische Ursachen haben. Es gibt zwei Arten des vorzeitigen Samenergusses: die lebenslange (primär) und die erworbene (sekundär).

Bei Frauen können sich sexuelle Funktionsstörungen etwa in Form von chronischer Unlust, Orgasmusproblemen sowie Unbehagen oder Schmerzen beim Sex zeigen. Die Gründe hierfür können hormonellen oder psychischen Ursprungs sein.

Behandlungswege

Erektionsstörungen werden in vielen Fällen mit Medikamenten wie etwa Viagra, Levitra oder Cialis behandelt. Diese Präparate arbeiten mit Wirkstoffen aus der Familie der PDE-5-Hemmer. Vereinfacht ausgedrückt, sorgen sie für eine Entspannung der glatten Muskeln des Penisschwellkörpers und sorgen für einen erhöhten Blutfluss zum Glied, so dass die Erektionsfähigkeit verbessert wird. Alternativ stehen zum Beispiel die Injektion eines Mittels direkt in den Penis oder die Penispumpe zur Verfügung, um eine Erektion herbeizuführen.

Der vorzeitige Samenerguss kann mit einem Medikament namens Priligy behandelt werden. Der Wirkstoff heißt Dapoxetin, ein Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Hierdurch soll der Mann wieder in der Lage sein können, den Zeitpunkt seiner Ejakulation zu kontrollieren.

Bei Frauen ist ein Behandlung komplexer. Ist der Hormonhaushalt im Ungleichgewicht, kann ein Facharzt hier durch die Gabe bestimmter Präparate Abhilfe schaffen. Bei psychisch bedingten Funktionsstörungen kann eine Gesprächstherapie bei einem Psychologen helfen. Eine medikamentöse Therapie gestaltet sich schwierig. Es gibt Lovegra, welches die Durchblutung der Geschlechtsorgane anregen soll (es enthält Sildenafil, was auch in Viaga verwendet wird). Außerdem soll 2016 ein Medikament namens Lybrido auf den Markt kommen, welches eine erhöhte Ausschüttung von Dopamin verursachen und somit Blockaden und Verkrampfungen lösen soll.

Die Partnerschaft retten

Wie bereits erwähnt, können sexuelle Funktionsstörungen eine Partnerschaft schwer belasten. Das Wichtigste ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Betroffenen öffnen, das Problem nicht mit sich allein aus machen. Der Partner wird somit gewissermaßen zum Psychologen und kann eventuell sogar den Impuls geben, einen Arzt aufzusuchen. Liegt ein großes Vertrauensverhältnis vor, wird der Partner behutsam mit der Situation umgehen. Für die Betroffenen sollte zusätzlich der Gang zum Arzt erfolgen. Denn dieser wird die medizinische Stütze sein und die richtige Therapieform empfehlen.