Wenn es um das Thema Erektionsstörungen, auch Erektile Dysfunktion genannt, geht, wollen die Betroffenen oft nicht sofort einen Arzt aufsuchen. Kein Wunder, gelten Erektionsstörungen für viele Männer als etwas Peinliches, für das sie sich schämen. Wenn sie aber dann ihre falsche Bescheidenheit doch einmal abgelegt haben, wird der behandelnde Arzt in den meisten Fällen ein Medikament wie Viagra, Cialis oder Levitra verordnen. Diese Präparate weisen zwar geringe Unterschiede auf, haben aber eine große Gemeinsamkeit: Sie alle setzen auf einen PDE-5-Hemmer als zentralen Wirkstoff.

Diese PDE-5-Hemmer machen Potenzmittel zu dem, was sie sind und haben auch schon Mitteln wie Viagra zu Weltruhm verholfen. Was genau sind diese PDE-5-Hemmer und warum wirken sie ausgerechnet bei einer Erektionsstörung?

Die Erektionsstörung

Bei einer Erektionsstörung ist es dem Mann nicht möglich, eine Erektion zu bekommen oder diese über einen gewissen Zeitraum zu halten. Normaler Geschlechtsverkehr ist daher nur eingeschränkt oder sogar überhaupt nicht möglich. Eine Belastung für alle Beteiligten und die Beziehung. Meist sind Männer im fortgeschrittenen Alter davon betroffen. Aber auch jüngere Patienten können unter einer Erektilen Dysfunktion leiden, wenngleich man hier oft von psychischen Gründen ausgeht. Für eine Erektionsstörung kann es ansonsten mehrere Ursachen geben. Krankheiten wie etwa Diabetes und Depressionen sowie die Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten können eine Erektionsstörung begünstigen. Liegen krankhafte Veränderungen der Gefäße vor, kann ein Mann ebenfalls unter einer Erektilen Dysfunktion leiden. Außerdem können hierbei dann auch andere Organe betroffen sein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen können im schlimmsten Fall die Folge dieser Veränderungen, auch Arteriosklerose genannt, sein.

Warum helfen PDE-5-Hemmer?

PDE-5-Hemmer blockieren ein Enzym, welches für den Abbau einer Erektion sorgt. Hierdurch entspannen sich die glatten Muskeln des Penisschwellkörpers, die im schlaffen Zustand angespannt sind. Es findet ein vermehrter Blutfluss zum Glied statt, die Erektionsfähigkeit wird somit verbessert.

Welche PDE-5-Hemmer gibt es?

Der bekannteste PDE-5-Hemmer seiner Art ist ohne Zweifel Sildenafil, welcher im Blockbuster-Medikament Viagra zum Einsatz kommt. Dessen gute Wirkung bei Erektionsstörungen soll allerdings nur durch Zufall entdeckt worden sein, als die Forscher nach einem Mittel gegen Bluthochdruck und Angina Pectoris suchten. Sildenafil kommt außerdem noch in Kamagra und Super Kamagra vor. Aufgrund der unterschiedlichen Herstellungsweise nennt man die beiden Letztgenannten auch indisches Viagra. Mittlerweile sind auch einige Generika auf dem Markt, die Sildenafil verwenden. Die übrigen PDE-5-Hemmer, die in Potenzmitteln enthalten sind, heißen Vardenafil (Levitra), Tadalafil (Cialis) und Avanafil (Spedra).

Sonderstellung für Cialis und Tadalafil

Das Medikament Cialis genießt aufgrund seines Wirkstoffs Tadalafil eine Art Sonderstellung, denn es ist in seiner kleinsten Dosierung auch für den täglichen Einsatz geeignet. Bei den anderen Medikamenten ist dies nicht der Fall. Die tägliche Einnahme hätte mehrere Vorteile. Zum Beispiel fällt der „Sex nach Zeitplan“ weg. Andere Präparate müssen einige Zeit vor dem Sex eingenommen werden, damit sie „pünktlich“ ihre Wirkung entfalten können. Mit Cialis sind spontane sexuelle Aktivitäten eher möglich. Zudem sagt man Cialis eine besonders lange Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden nach. Bei Viagra und Co. liegt diese Zeit deutlich darunter.

Welche Risiken gibt es?

PDE-5-Hemmer sind natürlich nicht frei von Risiken, Kontraindikationen und unerwünschten Nebenwirkungen. So können beim Gebrauch etwa Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Gesichtsrötung oder eine verstopfte Nase auftreten. Nicht eingenommen werden dürfen sie, wenn gleichzeitig Nitrate verabreicht werden oder eine akute Herzschwäche besteht. Bei zurückliegenden Herzinfarkten oder Schlaganfällen ist besondere Vorsicht geboten. Eine reichhaltige, fettige Mahlzeit kann den Wirkungseintritt beeinflussen.

Der Besuch bei einem kompetenten Arzt gehört gehört zum Pflichtprogramm, wenn man unter Erektionsstörungen leidet. Denn nicht nur diese kann dann behandelt werden, sondern auch eventuelle Begleit- oder Grunderkrankungen. Von einer Selbstmedikation ist indes abzuraten. Der Arzt wird dem Patienten das richtige Mittel in der richtigen Dosierung verordnen.